Funkamateur verfolgt den Flugweg von Fledermäusen

Verfasst von HB9AFH Huber Hugo.

Eine Station eines Radioamateurs von Gijon, (Gijon, Asturias, Nordspanien) nimmt an einem europäischen Projekt teil, welches die Migration von Fledermäusen in Zentral Europa studiert.

Jeden Herbst überfliegen die Fledermäuse, welche von der Grenze von Deutschland zu Polen herkommen, halb Europa. Sie fliegen bis zu 2000 km weit um in wärmere südlichere Länder des Kontinents zu gelangen. Die Migration dieser Tiere findet schon seit mehreren jahrhundert statt. Dieses Jahr wird zum ersten Mal der Flugweg von zehn Fledermäusen genauer beobachtet. Die Radioamateurstation EA1CRK von Carlos Solares, einem Mitglied des Vereins Fauna Urbana Gijon, versucht mit seinen gesammelten Daten etwas über das Verhalten diese Fledermausart zu erfahren.

Bei guter Wetterlage überfliegen die Tiere auch den Golf von Biscaya. Unser System sammelt die Daten innerhalb dieser Zone indem sie einen ausgesendeten Morsecode identifiziert. Jede der ausgewählten Fledermäuse hat zu seiner Zeit einen entsprechenden Chip implantiert bekommen. Aus dem Code des Chips ist der Name der Fledermaus zu erkennen, erklärt Carlos.

Nach der Installation seiner Funkanlage vor zehn Jahren hat sich Carlos langsam und schrittweise immer mehr für solche Projekte interessiert und eingearbeitet. Dazu hatte er seine Gräte laufend für diesen Zweck umgebaut oder anpassen müssen. Ab dem 1.September 2016 wird Carlos am Projekt „Eurobats“ teilnehmen, welches dem Schutz der Fledermäuse in Europa dient. Im Moment weiss man noch recht wenig über die Migration der „Leisler“ Fledermausarten. Wir hoffen so, mit unseren Daten etwas zum einem erweiterten Wissen beitragen zu können. Bis heute war die Technik noch nicht so weit gewesen um den Tieren einen passenden Chip einsetzen zu können. Inzwischen kann man aber Chips herstellen, welche nicht grösser als ein Hemdknopf sind und gerade mal 29 Milligramm wiegen. Carlos betont, es ist schon beeindruckend wie die Technik auf diesem Gebiet fortschritte gemacht hat! Wie das Beispiel zeigt, ist dadurch eine Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft und Wissenschaft möglich geworden, um so gemeinsam, das Wissen über diese Tierart zu erweitern.

Das Verhältnis der Fauna Urbana Gijon und den Fledermäusen ist nichts Neues. Der Verband organisiert jährlich „ La noche de los Murciélagos“, ein offenes Treffen in der Nacht, mit dem Zweck durch Gespräche und Illustrationen das Verhalten dieser Tierart der Allgemeinheit näher zu bringen.

Quellen:

[La Nueva Espana, Gijon 31. August 1916 – S12 von R. Garcia - Roces vigila al murciélago aleman]
Roces – ist ein Stadtteil von Gijon.
Sinngemässe Übersetzung, Hugo HB9AFH

Ergänzende Informationen:
• Handbuch Fledermäuse Europa, Christian Diez, Kosmos Verlag
• Unter „Fledermaus Leisler“ findet man weitere Informationen Kleinabendsegler, Nyctalus Leisler)

Links:

Infos zu Eurobats Pojekt:shttp://www.eurobats.org/sites/default/files/documents/publications/leaflet/BatsForestry_Flyer_web_de.pdf

Offene Fragen:

Informationen über Technik zur Ortung der Fledermäuse!
Sender-Trägerfrequenz, Aussendungszeitfenster, Leistung des Senders respektive Reichweite mit diesem 26mg Chip, Energie-Erzeugung, etc?


 

 

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