QRP Party 2010

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Einführung 

Die Vorarbeiten zur QRP Party 2010 waren dieses Jahr etwas schwieriger.
Der Termin wurde absichtlich etwas später angesetzt, um die neusten Infos 
zu unserem Hauptbeitrag, dem Solf 2010, zur Hand zu haben.

Am Schwarzwaldtreffen der DL-QRP-AG mussten wir aber erfahren, dass sich
das Projekt kurz vor der Verheiratung von Hard und Software befand. Aus diesem Grunde erhielten wir den Prototypen nicht, was verständlich war. Uns brachte dieser Umstand ein wenig ins Schlingern, es fehlte somit der „Hauptaufhänger“, zudem sagte uns auch noch der geplante Moderator ab.
Da wir am Schluchsee viele Fotos und auch Filme vom Solf 2009 machten, stand uns  zum Glück genügend Material zur Verfügung, um doch noch einen Beitrag zusammen zu stellen.  So „frischte“ Stefan die bereits bestehende, von der DL-QRP-AG zur Verfügung gestellte Präsentation mit dem neuen Material auf. Doch Vorsichtshalber startete Stefan noch einen letzten Aufruf für mögliche Beiträge.

 

 

Die Anmeldungen häuften sich, erreichten beinahe die Anzahl von 2009. Der Saal war reserviert und die Mahlzeiten vorbestellt, die QRP Party konnte beginnen!

Als wir Samstag morgen, kurz nach neun, beim Restaurant „Chärnsmatt“ in Rothenburg eintrafen, war Hugo, HB9AFH der Präsident des HTC’s schon wacker mit dem Antennenbau beschäftigt. Die Organisation wurde noch schnell durchgesprochen. Da wir wiederum den etwas kleineren Saal zugeteilt bekamen, wurden umgehend von draussen weitere Tische für die Präsentationen hereingeholt. Bei dem bescheidenen Wetter würden sich wohl eher keine OM draussen aufhalten.

Und schon trudelten die ersten Besucher der QRP Party ein!

Kurz nach Neun eröffnete Hugo die QRP Party und übergab sogleich an Stefan, HB9WON, der zuerst  den Tagesablauf erklärte.

SOLF2009

Anschliessend begann er mit der Präsentation des neusten Bauprojektes der DL-QRP-AG. Er schilderte in der Einführung, weshalb sich die Veröffentlichung dieses Bausatzes so massiv verspätete. Der Absprung des ersten Programmierers musste kompensiert werden und als Folge davon erfuhr die Frontplatine eine tiefgreifende Layoutänderung. Man müsse eben bedenken, dass dieses Gerät neben der Arbeit des Entwicklers entstehe,  

gekonnt führte er durch die Baugruppen des Gerätes und stellte sich den Fragen des interessierten Publikums. Nicht schlecht, wenn man bedachte, dass Stefan dieses Gerät ja nicht entworfen hatte!
Wie schnell die Anwesenden den Bezug zum K2 suchten?! Die meisten der Fragen stützen sich auf dieses „Referenzgerät“, eine sehr wichtige wurde von Beat HB9HQX, gestellt: Ob das Design der SSB Filter denn breit genug  sei,  um problemlos mit den digitalen Betriebsarten zu arbeiten? Stefan meinte, dass er dies bei QRPeter in Berlin abklären werde.
Leider wird sich der definitive Verkauf bis nächstes Jahr hinziehen, doch sicherlich ist:

DER SOLF“2009“ KOMMT!

DX-Wires
HB9JCP Fred, erklärte, weshalb er einen Beitrag zum Thema Antennendrähte brachte. Dieses Marktsegment werde aus Antennenbewilligungsgründen immer gefragter, meinte er. In der Schweiz würden leider von niemandem spezielle Antennendrähte verkauft. So entschloss er sich, unter freundlicher Hilfe von Peter Boger „DX-Wire“, die von ihm erhältlichen Spezialdrähte am Vortrag zu erläutern.
In diversen Folien beschrieb Fred die Vor und Nachteile der einzelnen, von DX-Wire angebotenen Drähte und Litzen. Dem Applaus zu entnehmen, schien der Beitrag wirklich auf Interesse zu stossen.

WSPR
Peter HB9TVK stellte uns die Software WSPR, Weak Signal Propagation Reporter vor. Dass diese vom Nobelpreisträger Joe Taylor K1JT geschrieben wurde, erstaunte schon, konnte man doch vermuten, dass dieser eher keine Zeit für solche Projekte hätte! Peter schilderte das Arbeitsprinzip und lobte dessen Schmalbandigkeit. Anhand der Präsentation war jedem schnell ersichtlich, wie das Ganze abläuft. Die Empfangsraporte würden an eine zentrale Datenbank übermittelt, aus der die Verbindungswege erarbeitet würden. Peter meinte, dass diese Betriebsart wegen der Schmalbandigkeit eher in kleineren Leistungen zu geniessen sei.

Zum Nachbau empfahl er den WSPR-TRX von W3PM, der sehr einfach gehalten sei. Das von ihm gebaute Gerät war in der Ausstellung zu bewundern.  

SIMETRIX 
Basteln ohne Lötkolben, so lautete das interessante Thema von HB9ABO Urs. Er stellte uns eine Schaltungssimulation mittels des Programms Simetrix vor.
Er demonstrierte das Programm anhanden einer Schaltung zu laden einer Batterie. Durch ersetzen des Wertes eines C’s machte er im Diagramm ersichtlich, dass tatsächlich eine Veränderung stattfand! Auch die Funktion zum Glätten einer Gleichrichterschaltung demonstrierte er klar ersichtlich! Eine Einführungsversion sei als Freeware erhältlich bei: www.simetrix.co.uk/

TRX-Modifikation
HB9BWY, Norbert Litz spüre den Drang zum stetigen Verbessern, so umschrieb er seinen Vortrag. Um die Ausgangsleistung seines QRP TRX zu verdoppeln, brachte er einen zweiten IRF510 Huckepack auf dem Bestehenden an und zeigte so auf, dass es nicht immer ein komplizierter Weg sein müsse, um zum Ziel zu finden! Um die Wärmeableitung zu gewährleisten, installierte er zwischen den Metallfahnen noch eine Kupferscheibe! Perfekt!

 

 

Spazier-Stock-Antenne für Sota

 

 

Diesem Thema widmete sich Hugo HB9AFH. Da seine bisherige Sota-Antenne langsam in die Jahre gekommen sei, arbeite er an einer neuen Variante seiner rucksacktauglichen Antenne, mit weiteren Gimmicks! Die Basis seines ersten Versuches bildete eine Fliegenfischer-Haspel. Diese ist wiederum beim neuen Projekt der zentrale Punkt. Er verbaute einen Fiberglasmast, welcher selber ausziehbar, ausziehbar in einem Alurohr steckt, einfach genial! Um diese Antenne, eine endgespiesene Lambda ½ optimal zu fixieren, hatte er einen Hering am Fusse des Alurohres mit 2 Schlauchschellen angebracht! Ich bin mir sicher, eine allfällige Baubeschreibung im „Funkamateur“ würde an der Nordsee zu einiger Verwirrung führen! 

(Hering!)
Vorteil der ganzen Konstruktion: es ist ein Wanderstock, der den topographischen Gegebenheiten angepasst werden kann!

Vibroplex
Fred stellte die Renommierte US-Firma Vibroplex vor. In einer reichlich bebilderten Präsentation führte er durch die letzten 108 Jahre der von Horace G. Martin gegründeten Firma. In einer kleinen Zeitreise schilderte er die Entwicklung der Firma und der von ihr hervorgebrachten Patente und Erfindungen, welche sich in den diversen Detaillösungen der verschiedenen Modelle äusserten.
Anfänglich ein „Berufsutensil“, hielt sich dieses System trotz dem Wegfall der Telegrafie in der neueren Zeit hartnäckig über Wasser. Heute wird Telegrafie mit Vibroplex „Bug’s“ hauptsächlich noch von Funk-Amateuren betrieben. Doch noch immer gibt es Funkstationen, wenn auch wenige, die ihre Mitteilungen mittels Telegrafie in die Welt versenden, häufig mit einer Vibroplex.

Mit ihrer eigenwilligen „Handschrift“ hört man OM mit Bug‘s aus der Masse der Signale heraus, unverkennbar und meisterlich bedient, wie ein Musikinstrument.
Für Fred die „hohe Kunst“ des Telegrafierens in Reinkultur.

Weshalb Horace G. Martin den Leuchtkäfer im Signet benutze, dürfte nach den letzen Bildern von Fred allen Besuchern klar geworden sein. Als Sinnbild dafür, der Tanz der „Firefly’s“ in der Nacht.

 

 

Apéro und Mittagessen

 

Nach diesem Vortrag lud Hugo zum Apéro ein, welcher vom HTC gesponsert wurde. Wie letztes Jahr war es schwierig, die OM aus dem Vortragsraum zu lotsen! Bei einem Gläschen Wein liessen sich Kameradschaft en auffrischen und trefflich über das an den verschiedenen Beiträgen Gehörte diskutieren. Als es dann schlagartig ruhig wurde, war klar: Das Essen war auf dem Tische!

 

Nachmittagsprogramm
Nach dem Kaffee ging es wieder zurück in den Vortragsraum. Hier wurde nun genauer über die Beiträge Auskunft gegeben und „gefachsimpelt“. Beat HB9HQX, gab den zahlreichen Morseschülern des Luzerner Telegrafiekurses näher über sein Programm „Morsetraining“ Auskunft, konnte Tips geben und manche Unklarheit bereinigen. Diverse Exponate von Vibroplex und anderen Morsetasten zogen die OM und YL wie Licht die Motten an, es wurde viel fotografiert! Rege wurden Informationen zu den Drähten von DX-Wire verlangt, von den Mustern, welche Peter Bogner Fred sandte, wurden einige Meter abgeknipst. Von Mitgliedern wurden die Bausätze BlueCool Radio und Moskita der DL-QRP-AG ausgestellt, bei Hugo konnte ein SDR an der Antenne betrieben werden.

Schlusswort
Erst spät verabschiedeten sich die Besucher der diesjährigen QRP-Party. Dieser Tag war für alle wie im Fluge vergangen.
Nach dem Aufräumen des Saales fanden sich die Organisatoren noch in der Wirtschaft ein, um über das Erlebte noch kurz ein Resumé zu ziehen. Man war sich einig:
Der Aufwand hatte sich gelohnt!

Aus der Sicht der Organisatoren von HB9JA, Stefan HB9WON und Fred, HB9JCP wird es wohl für nächstes Jahr heissen:

Alle guten Dinge sind Drei . . . .

Fred Glanzmann, HB9JCP

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